Umwelterziehung, Kindergruppen - Bund Naturschutz, Kreisgruppe Mühldorf

zur Entstehung der Kindergruppe in Waldkraiburg

Der Anfang

Die Idee, Kindern Natur, Naturerfahrung oder auch Umwelt näher zu bringen war schon immer der Wunsch der Verantwortlichen der BN Kreisgruppe. Die Einrichtung der Kreisgeschäftsstelle in Waldkraiburg eröffnete uns die Chance, die Sache konkreter in Angriff zu nehmen. Schließlich sollten die Räume an der Graslitzerstraße nicht allein zum Aufwärmen für den Zivi dasein und nur als Büro oder Abstellraum wollten wir sie auch nicht nutzen.

Doch wer sollte die Betreuung übernehmen? Da traf es sich gut, daß eine gelernte Kindergärtnerin, Ingrid Jansen, sich anbot, eine Kindergruppe zu gründen. Bald jedoch kamen wir an die Grenze ehrenamtlicher Arbeit. Eine gewisse Regelmäßigkeit konnte nicht erreicht werden.

In dieser Situation bot sich Ulrike Soellner an, eine Mutter von drei Kindern, die noch nicht wieder berufstätig sein konnte, aber große Freude an der Arbeit mit Kindern hatte. Über ein Jahr lang baute sie eine recht homogene Gruppe auf. Die Wissensvermittlung stand nicht im Vordergrund, sondern mehr der Versuch, die Natur als Erlebnisraum für die Kinder zu erschließen. Kein leichtes Unterfangen in einer Zeit, in der Grundschulkinder mit Leichtigkeit 10 Automarken aber keine drei Wildpflanzen oder Wildtiere nennen können und glauben, daß alle Kühe blau sind. Mehr als ein Jahr lang konnte dieses spannende Experiment mit Erfolg durchgeführt werden, traf sich die Gruppe regelmäßig jeden Freitag um vorwiegend in der näheren Umgebung die Restnatur spielerisch kennen zu lernen. Nur bei wirklich schlechtem Wetter wurde die Geschäftsstelle gebraucht, um zu spielen, zu basteln und mitgebrachte Naturschätze zu untersuchen. Doch ehrenamtlich war das Niveau auf Dauer nicht zu halten.

Die Zwischenlösung

Seit Dezember 1994 hatten wir eine hauptamtliche Biologin eingestellt, Claudia Reiter, die schwerpunktmäßig Grundlagenarbeiten im Rahmen des Arten- und Biotopschutzprogrammes im Isental erledigen sollte. Sie sah, mit welcher Begeisterung die Kinder bei der Sache waren und fand es schade, daß die Gruppe sich auflösen sollte. Mit viel Fleiß, Engagement und zusätzlicher Ausbildung schaffte sie die Voraussetzungen, die Kinder zumindest einmal im Monat betreuen zu können. Dies war schon deshalb schwierig, weil der zweite Teil ihrer Aufgabe darin bestand, Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer nebst Schülerexkursionen zu organisieren. Die Umweltproblematik sollte in den Schulunterricht einfließen. In Zusammenarbeit mit dem Schulamt konnte hier sinnvoll zugearbeitet werden.

Die dritte Stufe

Aufgrund der guten Erfahrungen und Ergebnisse waren wir gewillt, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiter auszubauen. Gerne nahmen wir das Angebot des 1. Bürgermeisters der Stadt Waldkraiburg, Jochen Fischer, an, eine eigene Stelle für diesen Zweck zu schaffen. So konnten wir, mit finanzieller Unterstützung der Stadt, eine hauptamtliche Stelle nur für Kinder- und Jugendarbeit, mit dem Schwerpunkt Natur- und Umwelterfahrung, einrichten. Es war nun wieder möglich, regelmäßige, wöchentliche Treffen für Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren durchzuführen. Nicht nur das, nach einer Erfahrungsphase konnten wir jetzt auch eine zweite Gruppe, nur für Grundschüler, ins Leben rufen, mit der, zugegebenermaßen, die Arbeit etwas leichter ist. Ob wir das Niveau auf Dauer halten können ist indes fraglich. Aus finanziellen Gründen können wir immer nur mit sogenannten AB - Maßnahmen die personellen Probleme zu meistern.

Inzwischen gibt es Kindergruppen in Haag, Kraiburg am Inn, Neumarkt St. Veit und Waldkraiburg.

Bund Naturschutz im Landkreis Mühldorf